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Robert Kraiss

Geboren 1972 in Bonn, Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschüler von Georg Herold.

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Ein sich drehender Brummkreisel macht Lärm – doch erzeugt Leere, denn in der Bewegung wird er unsichtbar. Auch Robert Kraiss (*1972) spannt seine Buntstifte nicht in den Akkuschrauber, um viel Lärm um den eigenen Status machen. Mit Schnelligkeit macht er sich frei für Bilder, die intensiv sind und magisch, subjektiv und sperrig. Die Leere, die er durch diese und andere Distanzierungsverfahren erzeugt, ist zugleich reichhaltig und rätselhaft.

Durch die Anhäufung von Gegensätzen und ironischen Irrläufern entsteht eine Art paradoxes Gewebe. Die Arbeiten sind beides, sehr distanziert und sehr persönlich. Konzeptuelle Kühle trifft auf warme Haptik von sowohl Akku-Zeichnungen als auch Korbskulpturen. „Das unironischste Rot“ ist die Reflektion der unmöglichen Situation des heutigen Künstlers. Die Heroisierung des Schöpfertums, die mit dessen Banalisierung einhergeht, die formale und inhaltliche Festlegung, die stilistische Schublade. Robert Kraiss gelingt es, den irren Parcours zu durchlaufen, ohne einen Scherbenhaufen zu hinterlassen oder selber in die Grube zu fallen.

Kraiss hat bei Galerie Desaga, Köln und Peter Kilchmann, Zürich u.a. ausgestellt und hat an Gruppenschauen u.a. bei Isabella Bortolozzi, Berlin und in der Kunsthalle Düsseldorf teilgenommen. Zuletzt wurde er 2015 in der artothek – Raum für junge Kunst in Köln mit einer Einzelausstellung vorgestellt. Robert Kraiss erweitert seine künstlerische Arbeit durch musikalische Auftritten mit „Die Bäume“ und der „Ylmaz House Band“ sowie als Autor. Er hat aktuell einen Lehrauftrag für Zeichnung an der Universität Siegen und arbeitet außerdem als Ergotherapeut.

 

Markus Lohmann

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